Wandern auf dem Malerweg – Erlebe historische Pfade

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Unglaubliche Felsformationen wie die Schrammsteine. Lohnenswerte Orte wie die Stadt Pirna, der Kurort Rathen, Uttewalde und Reinhardtsdorf. Malerische Aussichtspunkte wie die Brandaussicht. Berge, Täler, Höhlen wie der Kuhstall. Der Malerweg, der durch das beeindruckende Elbsandsteingebirge führt, hat viel zu bieten und eignet sich hervorragend für eine Wanderreise, die zahlreiche Höhepunkte zu bieten hat.

Es ist kein Wunder, dass der Wanderweg schon vor Jahrhunderten für viele Maler der Dresder Akademie zur Inspirationsquelle wurde. Vermutlich verdankt die Gegend den Malern aus Dresden, wie etwa Adrian Zingg und Bernardo Bellotto, sogar ihren Namen: Sächsische Schweiz. Und es lohnt sich, auf den Spuren der berühmten Maler zu wandeln und die Motive während einer Tour einmal mit eigenen Augen zu sehen.

Wir haben hier zahlreiche Infos und Tipps rund um die bekannte Strecke durch das Elbsandsteingebirge für Sie zusammengefasst.

Bedeutung von Wandern auf dem Malerweg

Auf dem 112 Kilometer langen Wanderweg gibt es viele Übernachtungsmöglichkeiten und auch Pauschalangebote durch einige Reiseveranstalter. Schon vor hunderten von Jahren ließen sich Maler wie Caspar David Friedrich, C.G. Carus, Ludwig Richter und andere hier zu Gemälden inspirieren, die uns heute noch begeistern. Einige Hotels haben sich den besonderen Umständen, die das Fernwandern mit sich bringt, verschrieben und bieten Dienstleistungen an, die dem Wanderer besonders nützlich sind. Der Transport von Gepäck von einer Unterkunft zur nächsten gehört dazu.



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Was macht Wandern auf dem Malerweg so besonders?

Der Malerweg hat seinen Namen von den zauberhaften Ausblicken, die Sie unterwegs genießen können, so wie schon diverse Künstler vor mehr als 200 Jahren. Die Landschaft der Sächsischen Schweiz ist außergewöhnlich und abwechslungsreich. Nicht nur tiefe Schluchten und Tafelberge, sondern auch rötlich schimmerndes Gestein und Felsen gibt es hier zu bestaunen. Immer wieder können Sie einen atemberaubenden Blick auf die Elbe erhaschen.

Auf dem Malerweg kommen Sie an allen Sehenswürdigkeiten der Sächsischen Schweiz vorbei. Die Festung Königstein, die Bastei, Affensteine und Barbarine liegen auf dem Weg. Auch Schloss Lohmen und das Richard-Wagner-Denkmal liegen auf dem Weg.

Welche Gegenden eignen sich dort am besten für einen Wanderurlaub?

Wandern auf dem Malerweg in der Sächsische Schweiz
Einer der bekanntesten und schönsten Orte der Sächsischen Schweiz, die Bastei-Brücke.

Der Malerweg liegt in dem Gebiet der Sächsischen Schweiz, welches Teil des Elbsandsteingebirges ist, das sich bis nach Tschechien erstreckt. Außer dem Malerweg gibt es hier zahlreiche Tageswanderungen, die allesamt die romantische Gegend im Fokus haben und auch gut mit dem Hund begangen werden können.

Auch abseits des Fernwanderweges gibt es viele schöne Wanderwege in der Sächsischen Schweiz. So können Sie zum Beispiel zum Balkon der Sächsischen Schweiz durch die Gautschgrotte wandern oder auf den Lilienstein, der gegenüber der Festung Königstein zu finden ist.

Wenn es richtig heiß ist und man nicht Meter um Meter in der prallen Sonne wandern möchte, lohnt sich eine Wanderung im Uttewalder Grund bei Wehlen.

Welche Gegenden eignen sich am besten für einen Wanderurlaub mit der Familie?

Wandern im Elbsandsteingebirge Malerweg

Familien mit kleinen Kindern tun sich hier etwas schwer, es sei denn, Sie nehmen die Kinder in der Kraxe mit, denn per Kinderwagen lässt sich das Elbsandsteingebirge nicht erforschen. Teilabschnitte an der Elbe sind Kinderwagen tauglich.

Kinder finden die Festung Königstein und auch Burg Stolpen interessant. Königstein ist eine der größten Bergfestungen Europas und hat den tiefsten Brunnen Europas zu bieten. Auf Burg Stolpen hielt König August seine Geliebte Gräfin Cosel bis zu ihrem Tod gefangen - und man sagt, dass es imKeller einen Geist geben würde…

Die erste Etappe des Malerweges ist kindertauglich.

Bei Langenhennersdorf gibt’s ein Labyrinth in Form einer einzeln stehenden Felsengruppe. Während die Eltern picknicken, können die Kinder im Irrgarten Spaß haben.

Vor der Burg Stolpen können Sie zur Weihnachtszeit den eigenen Christbaum fällen. Der bereits erwähnte Burggeist (den Sie bezahlen müssen) versetzt Kinder in angenehmes Schauern.

Die Lichterhöhle bei Kleinhennersdorf ist auch bei allen Kindern beliebt. Der Name “Lichterhöhle” ist etwas irreführend, denn es gibt hier keine Lichter, es sei denn, Sie bringen Kerzen mit.

Das Nadelöhr am Pfaffenstein ist für Kinder ein Spaß, denn sie passen mühelos hindurch. Auf dem Pfaffenstein gibt es Kuchen und Eis - auch immer ein Kindermagnet.

Ein paar Klettersteige gibt es in der Sächsischen Schweiz auch. Diese sind aber erst für Kinder ab etwa 8 Jahren geeignet. Bekannt sind die Häntzschelstiege und auch die Rübezahlstiege. Menschen mit Höhenangst sollten sich nicht hier hinaufwagen. An den Wochenenden kann es immer wieder zu Staus kommen, weil sich dann doch Nicht-Schwindelfreie nach oben wagen und dann fest sitzen.

953 Stufen müssen Sie die Heilige Stiege bei Schmilka hinaufsteigen. Oben werden Sie mit einem fantastischen Ausblick belohnt.

Die Etappen des Wanderwegs

Wer den Wanderweg in diesem schönen Teil Deutschlands begehen möchte, kann die 112 Kilometer in acht Etappen mit einer Länge zwischen 11 und etwas unter 18 Kilometern pro Tag begehen.

Etappe 1: Von Liebethal nach Stadt Wehlen

➔ 11,6 Kilometer, ungefähr 3 Stunden, schwer

Nach dem Start an der Kirche in Pirna, Stadtteil Liebethal, geht es auf dem Wanderweg oberhalb des Liebethaler Grundes über Mühldorf und Uttenwalde in den Schleifgrund. Die ersten Felswände erheben sich und es wird kühler. Das Uttenwalder Felsentor, ein Highlight dieses Abschnittes markiert die erste Möglichkeit zur Einkehr, die gleich darauf in Form des ‘Gasthaus Waldidylle’ folgt. Dem Grundlbach entlang Richtung Elbe geht es weiter bis in die Stadt Wehlen.

Etappe 2: Von Stadt Wehlen nach Hohnstein

➔ 11,9 Kilometer, ungefähr 3,5 Stunden, mittelschwer

Heute liegt die berühmte Basteibrücke auf dem Weg. Zunächst setzten Sie über die Elbe und beginnen rechts der Elbe mit einem steilen Anstieg. Am Steinernen Tisch gibt es eine Gaststätte gleichen Namens zur Einkehr. Gleich darauf erreichen Sie die Bastei. Der frühe Vogel hat hier die beste Sicht, da sich am Morgen noch nicht allzu viele Menschen an diesen Ort verlaufen. Über den Amselsee gelangen Sie zum Wasserfall Amselfall, wo sich wiederum die Möglichkeit zum Vespern an der Amselfallbaude bietet. Hier gibt es auch eine Informationsstelle zum Nationalpark. Es folgen dichter Wald und hohe Felswände bis Sie über Rathewalde, die Wolfsschlucht mit dem Polenztal und das Gasthaus Polenta das Etappenziel Hohnstein erreichen.

Etappe 3: Von Hohnstein bis Altendorf

➔ 15,1 Kilometer, circa 4,5 Stunden, schwer

Die 3. Etappe hat einige Anstiege im Verlauf. An Sandsteinfelsen entlang geht es durch hügeliges Waldgelände. Die Gautschgrotte liegt schon nach wenigen Kilometern auf dem Weg. Von dort aus verläuft der Malerweg wiederum auf und ab bis zum Brandstein, wo Sie eine fantastische Aussicht haben. In der Bergwirtschaft “Brand-Baude” können Sie eine kleine Mahlzeit einnehmen bevor es weiter geht und Sie den steilen Abstieg zum Grundlbach meistern. Dem Bach folgend erreichen Sie die Waitzendorfer Schänke, eine zweite Möglichkeit zu rasten. Vom nun folgenden Michaelistagstein geht es abwärts zur Sebnitz, die überquert wird, bevor Sie Altendorf erreichen.

Etappe 4: Von Altendorf bis Neumannmühle

➔ 19,1 Kilometer, circa 5,5 Stunden, schwer

Das kraftraubende an diesem Abschnitt sind die Steigungen. Aber Sie werden durch wunderbare Aussichten und phänomenale Felsengebirge belohnt. Von Altendorf aus durchwandern Sie die Dorfbachklamm vorbei am Falkenstein zum Schrammsteintor. Hier treffen Sie eventuell auf Kletterer, denn die Sandsteinfelsen hier sind bei diesen sehr beliebt. Entlang an dramatischen Klippen geht es jetzt zum Prebischtor und abwärts ins Kirnitzschtal. Der nachfolgende Aufstieg vom Kirnitzschtal aus führt zur Himmelsleiter, von deren oberem Ende Sie eine herrliche Rundumsicht genießen können. Nur ein kurzes Stück Weg trennt Sie noch vom Etappenziel, wo die Berghütte Neumannmühle Quartier bietet.

Etappe 5: Von Neumannmühle bis Schmilka

➔ 14,3 Kilometer, circa 5 Stunden, mittelschwer

Heute liegt der Große Winterberg auf dem Malerweg. Durch das Kirnitzschtal geht es hinauf auf das Große Pohlshorn und wieder hinunter zur Kirnitzsch. Das Gasthaus “Zeughaus” lädt zu einer Stärkung vor dem Aufstieg auf den Großen Winterberg ein. Die Goldsteinaussicht unterwegs bietet einen super Blick in die Ferne. Auf dem Großen Winterberg befindet sich das höchstgelegene Gasthaus der Sächsischen Schweiz mit einem Aussichtsturm. Nach einer Stärkung sind Sie fit für den Abstieg nach Schmilka.

Etappe 6: Von Schmilka bis zum Gohrischstein

➔ 17,4 Kilometer, circa 5 Stunden, schwer

Als Erstes überqueren Sie wieder die Elbe und wandern dann in Richtung Schöna. Hügel, Felder und Wiesen bestimmen das Bild auf den nächsten Kilometern. In der Ferne sehen Sie rechts der Elbe die Tafelberge. Durch verschiedene Dörfer wandern Sie am Liethenbach entlang, wo Sie im historischen Gasthaus “Liethenmühle” einkehren können. Frisch gestärkt geht es dann auf den Papststein und danach auf den Gohrischstein, von beiden haben Sie wunderbare Aussicht. In Gohrisch können Sie übernachten.

Etappe 7: Von Gohrisch nach Weißig

➔ 17,3 Kilometer, circa 5,5 Stunden, schwer

Von Gohrisch aus starten Sie in Richtung Pfaffenstein, einem der Tafelberge. Steile Treppen aus Holz und Eisen führen auf den Gipfel. Das Naturdenkmal Barbarine ist von hier oben gut zu sehen. Es handelt sich um eine Sandsteinsäule am Rande des Pfaffensteins. Danach geht es abwärts nach Königstein und dann gleich wieder bergauf zur Festung Königstein. Die Besichtigung nimmt ungefähr 2 Stunden in Anspruch. Der weitere Weg führt aussichtsreich über Thürmsdorf bis nach Weißig.

Etappe 8: Von Weißig nach Pirna

➔ 14,4 Kilometer, circa 4 Stunden, schwer

Die historische Altstadt von Pirna ist das Ziel der heutigen Etappe und zugleich des Fernwanderwegs. Zunächst aber wandern Sie hinauf auf den Rauenstein. Der Glattweg ist gut gesichert und bietet traumhafte Ausblicke auf die gesamte Sächsische Schweiz. Von hier oben beginnt der Abstieg nach Pötzscha an der Elbe. Das ehemalige Wohnhaus von Robert Sterl (einem wichtigen deutschen Impressionisten) kann hier besichtigt werden. Einkehren können Sie in Naundorf im Gasthof “Schöne Höhe” und dann wird auch schon das letzte Stück eingeläutet: Über den Canalettoweg wandern Sie bis Pirna, dem Endziel des Malerweges.

Was sollte man als Wanderer auf dem Malerweg wissen?

  • In die Sächsische Schweiz kommen Sie per Bahn und Bus oder mit dem eigenen Fahrzeug. Der Tourismusverband “Sächsische Schweiz” besitzt eine Website, auf der die Gastgeber, die als “Wanderfreundlich am Malerweg” zertifiziert sind, gelistet werden. Auch die Gaststätten finden sich dort.
  • Um sich auf die Wanderreise vorzubereiten, empfiehlt sich ein guter Wanderführer. Diese enthalten meist nicht nur Wanderkarten, sondern auch GPS-Tracks.
  • Die Steigen und Leitern des Malerweges erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.
  • Der Herbst ist die schönste Jahreszeit für eine Wanderung auf dem Weg, denn dann zeigen sich die Bäume in den schönsten Farben.
  • Der Einstieg in den Malerweg ist überall möglich und Sie können auch einzelne Etappen wandern.
  • Das Wandern ohne Gepäck können Sie selbst organisieren oder es einem Reiseunternehmen in die Hand geben.
  • Die Bastei ist auch bei internationalen Touristen sehr beliebt, wenn Sie die atemberaubende Kulisse ganz für sich haben wollen, müssen Sie im Winter oder sehr früh morgens kommen.
  • Wer den Malerweg von einer festen Unterkunft aus erwandern möchte, wählt als Ausgangspunkt am besten einen der Orte im Elbtal, die über einen S-Bahn-Anschluss verfügen. Es handelt sich dabei um die Orte Pirna, Wehlen, Rathen, Königstein und Bad Schandau.



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