Rothaarsteig – Idyllische Wanderung durchs Sauerland

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Idyllische Wälder, kahle Berge, schnuckelige Dörfer, die Bruchhauser Steine, tolle Städte wie Dillenburg, Olsberg und Brilon und das klare Wasser der Flüsse. Wandern auf den naturnahen Strecken durch das Rothaargebirge ist ein echtes Erlebnis. Und einer der bekanntesten Wanderwege durch die Landschaft des Sauerlands ist ohne Zweifel der Rothaarsteig von Brilon nach Dillenburg. Der 156 Kilometer lange Wanderweg gehört zu den Fernwanderwegen in Deutschland und ist einer der Qualitätswege, die sich nicht nur durch eine fantastische Route, sondern auch durch eine besonders gute Beschilderung auszeichnen. Der “Weg der Sinne” führt in sechs bis zwölf Etappen auf Wanderwegen und durch Felder entlang des Rothaargebirges durch das Sauerland.

Um Ihnen eine entspannende Zeit auf dem Wanderweg vorbei an Felsen im Bergland, durch Wälder und entlang von Flüssen zu verschaffen, haben wir hier zahlreiche Infos, Hinweise und den ein oder anderen Tipp rund um das Wandern in der Region im Sauerland für Sie zusammengestellt.

Die einzelnen Etappen des Pfads im Detail

Das Symbol vom Rothaarsteig
Das Symbol des Rothaarsteig.

Der Pfad durch wanderbares Gebiet im Rothaargebirge kann von Norden nach Süden in sechs bis zwölf Etappen gewandert werden. Beispielhaft sehen wir uns hier die Tour über acht Etappen genauer an. Die Rothaarsteig-Spuren sind vom Deutschen Wanderverband als “Traumtouren” zertifiziert. Und das aus gutem Grund. Denn der Rothaarsteig ist ein traumhafter Pfad mit vielen netten Rastplätzen, der sich perfekt dazu eignet, um im Sommer oder auch zu anderen Jahreszeiten den Kopf freizukommen und Zeit in der Natur zu verleben.

1. Etappe von Brilon nach Willingen

Die erste Etappe, die Sie nach der Anreise über 23,4 Kilometer nach Willingen führt, startet am Marktplatz in der Stadt Brilon. Der Startpunkt Brilon ist eine Hansestadt und liegt an der Quelle der Möhne. Der Weg führt zunächst durch die Innenstadt, bevor es schließlich ins Naturschutzgebiet “Am Drübel” geht, wo man die Natur mit allen Sinnen genießen und mit etwas Glück auch Tiere beobachten kann. In Folge passiert der Wanderer auf dem Weg in Richtung Willingen die Quelle der Möhne. Die Quelle befindet sich am Poppenberg, dessen Wald durch den Sturm “Kyrill” stark geschädigt wurde. Eine private Pflanzinitiative nach der Verwüstung durch den Sturm “Kyrill” im Januar 2007 sorgte in Folge dafür, dass hier zwanzig unterschiedliche Laubbaumarten beheimatet wurden. Nun, 14 Jahre später, entsteht hier der Briloner Bürgerwald, mit dem Kyrill-Tor als besonderem Highlight. Als Unterkunft bietet sich nach dem ersten Teil der Reise das “Wald Hotel Willingen” für Übernachtungen an.

Alternative Etappe nach Bruchhausen: Wer möchte, kann auf der ersten Etappe statt nach Willingen auch nur bis in den kleinen Ort Bruchhausen wandern. Die Strecke von Brilon nach Bruchhausen beträgt rund 18 Kilometer.

2. Etappe von Willingen nach Winterberg

Nach einer hoffentlich erholsamen Nacht legen Sie am zweiten Tag 22 Kilometer zurück und wandern von Willingen nach Winterberg. Dabei führt Ihr Weg nicht nur durch eine idyllische Landschaft und vorbei an der Ruhrquelle, sondern auch über den Langenberg, den höchsten Berg in Nordrhein-Westfalen mit 843 Metern Höhe, von dem aus sich eine nette Aussicht eröffnet und über den Clemensberg. Als schönstes Stück der zweiten Etappe gilt das Helletal, eine Klamm mit überwältigender Vegetation im Rothaargebirge. Die Wälder mit ihren uralten Bäumen sind wunderschön und auch die ein oder andere Hängebrücke wartet hier auf Wanderfreunde.

Winterberg ist passend zum Namen ein Wintersportort, in dem es eine bemerkenswerte Auswahl an Unterkünften gibt. Vielleicht sehnen Sie sich nach einem anstrengenden Tag in der Natur nach Wellness und einem Sauna-Besuch? Auch das ist hier möglich. In der Nähe der Quelle der Ruhr befindet sich das Landhaus Pension Voß, in dem man ebenfalls gut nächtigen kann.

3. Etappe von Winterberg nach Schanze

Etappe Nummer drei ist mit knappen 19 Kilometern etwas kürzer. Der Erlebnispark “Kappe” mit einem Kletterwald und einer Sommerrodelbahn liegt quasi auf Ihrem Weg. Wer sich berufen fühlt, kann hier ein kleines Abenteuer einschieben und im Wald auf dem Weg durch das Rothaargebirge im Hochsauerland noch ein wenig klettern. Der Weg selbst führt auf den “Kahlen Asten”. Vom Gipfel des “Kahlen Asten” im Mittelgebirge hat man eine wunderbare Sicht und kann sowohl den “Brocken” als auch den “Großen Feldberg” und die “Wasserkuppe” sehen. Das ist unter anderem einer der Sehenswürdigkeiten des Sauerlands zu verdanken, die sich auf dem Felsen befindet. Denn an diesem Ort befindet sich mit dem Astenturm der höchste Aussichtspunkt Westfalens.

Auch auf dieser Strecke kommen Sie wieder an einer Quelle vorbei und zwar an einer ganz Besonderen. Denn die Quelle der Lenne ist die am höchsten gelegene Quelle in Nordrhein-Westfalen. Kurz darauf nach einem weiteren Gang in Richtung Westen am Heidenstock teilt sich der Rothaarsteig. An diesem Punkt entscheiden Sie, ob Sie dem Hauptweg nach Kühhude folgen oder in Richtung Schanze weiterlaufen, wo am nächsten Tag die vierte Etappe beginnt. Um nach Kühhude zu gelangen, müssen Sie einen weiteren Anstieg mit einigen Höhenmetern meistern, während der Weg nach Schanze ins Tal hinunterführt. In Schanze können Sie zwischen zwei Gasthäusern und einer Pension wählen.

Unterkünfte in Schanze

Schanze 1 Landschaftsgasthaus

Romantikhütte Rothaarsteig

Atempause

4. Etappe von Schanze zum Rhein-Weser-Turm

Für die nächste Etappe stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Eine mit Verlauf durch das Tal und eine über den Kamm durch das Bergland. Bei der Talvariante laufen Sie von Schanze über Latrop zur Schutzhütte “Millionenbank”. An dieser Stelle vereint sich der Weg durch das Tal mit dem über den Kamm. Diese Variante führt Sie durch das Grubental zunächst sanft bergab, bevor Sie ab Latrop stets bergan weitergehen.

Nach der Zusammenführung der beiden Wege sind Sie in einem Gebiet angelangt, in dem seit 2013 eine Herde Wisente frei lebt. Eine Begegnung sollte Sie nicht erschrecken. Halten Sie Abstand von der Herde und bewundern Sie die Schönheit der Tiere aus der Ferne. Später haben Sie die Möglichkeit auf einer der acht Rothaarsteig-Spuren eine weitere Herde Wisente zu sehen, diesmal eingezäunt in einem 20 Hektar großen Schaugehege. Wichtig: Hunde bleiben in der Nähe der Wisente auf jeden Fall angeleint.

Die zweite Variante für den heutigen Tag führt über den Kammweg, der sich durch die Skulpturen des Waldskulpturenweges und eine Hängebrücke auszeichnet. Auf dem Waldskulpturenweg zwischen Schmallenberg im Hochsauerland und Bad Berleburg im Wittgensteiner Land sehen Sie Werke internationaler Künstler. Der für Deutschland einmalige Pfad zeigt insgesamt eine Sammlung von 11 Kunstwerken, die teilweise begehbar sind. Die Hängebrücke ist 40 Meter lang und kann freiwillig begangen werden. Menschen mit Höhenangst können auch die Hängebrücke meiden und auf dem Weg bleiben. Das Ziel der heutigen Etappe, die im Süden von Schmallenberg verläuft, ist der Rhein-Weser-Turm. Sie haben hier die Möglichkeit, im Rothaarsteig Berghotel Rhein-Weser-Turm zu übernachten.

Unterkünfte in Kirchhundem

5. Etappe vom Rhein-Weser-Turm nach Lützel

Die 5. Etappe des Rothaarsteigs ist knapp über 18 Kilometer lang und führt über Hilchenbach in Richtung Süden nach Lützel. Die Reise beginnt am Rhein-Weser-Turm, von dessen Aussichtsplattform man den Blick über das Siegerland und das Sauerland genießen kann. Sehr schön ist auch der Weg durch die Hainsberger Hochheide. Der spannendste Teil des heutigen Abschnitts ist aber das Heinsberger Aquädukt aus dem letzten Jahrhundert, an dessen Ende sogar ein funktionsfähiges Modell desselben wartet, an dem Sie Ihr Wissen über die Funktionsweise des Aquädukts erweitern können. An der Schutzhütte Helberhauser Höhe ist eine weitere Quelle zu bestaunen, die Quelle des Ferndorf, bevor es schließlich zur Ginsburg geht, von der man sich ebenfalls an der Aussicht über das Land erfreuen kann. Kurz vor Ende der Etappe kommen Sie vorbei am Giller, wo jährlich das größte Berg-Turm-Fest abgehalten wird. In Lützel endet der Streckenabschnitt.

Hinweis: Als mögliche Alternative könnten Sie hier auch eine Etappe von Jagdhaus nach Lützel gehen oder von Oberhundem nach Lützel laufen.

6. Etappe von Lützel zur Quelle der Lahn am Lahnhof

Der sechste Tag der Fernwanderung führt durch das Quellgebiet von Sieg, Eder und Lahn. Die Strecke über den Rothaarkamm folgt in etwa der früheren Eisenstraße, einer mittelalterlichen Messestraße von Köln nach Leipzig, auf der Handel mit Eisenwaren getrieben wurde. Die Quelle der Lahn am Lahnhof oberhalb der Ortschaft Netphen ist das Ziel des heutigen Wandertages. Mit nur 15 Kilometern ist diese Tagesetappe vergleichsweise kurz und bietet viel Zeit für Erholung. Wer möchte und nach den ersten Stunden auf der Strecke noch nicht genug hat, kann aber auch noch ein paar Kilometer weiter zu Fuß gehen und sich im “Relais & Château Hotel Jagdhof Glashütte” ein wenig Entspannung gönnen. Ebenfalls in Bad Laasphe im Ortsteil Feudingen liegt das “Romantik Landhotel Doerr”, das auch eine schöne Möglichkeit zur Übernachtung in der Gegend darstellt.

7. Etappe von der Quelle der Lahn nach Wilgersdorf

Tag sieben führt Sie von der Quelle der Lahn auf einer Strecke von 18 Kilometern nach Wilgersdorf. Die erste Station auf der Wanderung an diesem Tag ist die Ilsequelle, die im Mittelalter als Heilquelle galt. Eine weitere Quelle auf dem Weg ist die Quelle der Dill. An der Kalteiche können Sie auf dem Steig wiederum zwischen zwei Wegen wählen. Der eine führt direkt nach Wilgersdorf, während der andere zunächst noch über die Fuchskaute im Westerwald führt. Das Gästehaus Wilgersdorf in Wilnsdorf bietet sich zur Übernachtung an.

8. Etappe von Wilgersdorf nach Dillenburg

Die letzte Etappe auf dem Steig führt Sie schließlich über die Haincher Höhe nach Dillenburg. Knappe 21 Kilometer laufen Sie bis in die einstige Residenz der Oranier. Sie kommen an der Lucaseiche vorbei, einem Naturdenkmal. Der Baum hat eine Höhe von über 27 Metern und einen Stammdurchmesser von knapp vier Metern. In Dillenburg, wo Sie noch den Wilhelmsturm besichtigen können, endet der Fernwanderweg am Bahnhof. Von hier aus können Sie mit der Bahn zurück nach Brilon fahren, um mit dem Auto die Heimreise anzutreten.

Alternative Unterkünfte für jede Etappe findet Ihr problemlos und schnell auf booking.com.

Wissenswertes rund um das Wandern auf dem Rothaarsteig

  • Für den Rothaarsteig gibt es eine Wanderpauschale. Wenn Sie diese buchen, wird Ihr Gepäck von Gasthof zu Gasthof entlang der Wanderroute transportiert und wartet am Abend bereits in Ihrem Zimmer auf Sie. So können Sie auf der Wanderung Ihren Rücken schonen. Zudem ist eine Wanderurkunde nebst Anstecknadel in der Pauschale enthalten.
  • Auf dem Rothaarsteig gibt es Ranger, die sich um die Einhaltung der Vorschriften und vieles mehr am Wanderweg kümmern. Zudem werden kostenpflichtige Führungen angeboten. Das Ranger-Ticket kann online oder unter der Telefonnummer 02972/9702 erworben werden.
  • Außer der Wanderpauschale gibt es diverse andere Angebote rund um den Rothaarsteig. Sternförmiges Wandern ist eine davon. Dabei erkunden Sie verschiedene Abschnitte des Rothaarsteigs von nur einem Hotel aus.
  • Wer nicht den gesamten Rothaarsteig gehen möchte, hat die Gelegenheit einen oder mehrere der idyllischen Rundwanderwege zu nutzen, die durch die schöne Gegend führen. Zu empfehlen ist hier unter anderem der Sternrodtrundweg ab Winterberg-Niedersfeld.
  • Die “Sauerland & Siegen-Wittgenstein-App” informiert Sie über alle Wege des Rothaarsteigs. Außerdem erleichtert die “Sauerland & Siegen-Wittgenstein App” die Tourenplanung mit Tourenbeschreibungen, Höhenprofilen, Karten und anderen hilfreichen Informationen und Empfehlungen.
  • Mit dem Auto erreicht man Brilon von Norden und Osten über die A44. Dillenburg ist über die A 45, Ausfahrt Dillenburg zu erreichen.
  • Wetterfeste Kleidung ist auf dem Rothaarsteig wie auf allen anderen Wanderwegen ein Muss. Schließlich kommt man lieber trocken als nass beim nächsten Haus an, in dem man die Nacht verbringen möchte.
  • Der Rothaarsteigverein (www.rothaarsteig.de) bietet seit 20 Jahren exklusive Outdoor-Möbel aus Holz an. Wie wäre es mit einem Rothaarsteig-Waldsofa als Erinnerung an Ihre Wanderung?

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