Wandern auf dem Jägersteig – Ein traumhafter Pfad durch den Schwarzwald

StartseiteWandernWandern in DeutschlandJägersteig - Einmaliges Wanderziel

Auf den Spuren der Jäger über Forstwege unter schattenspendenden Bäumen durch das ein oder andere idylische Waldstück. Solche Erlebnisse sind auf einem der traumhaften Jägersteige möglich, die durch zwei der schönsten Gegenden Deutschlands führen. Der eine führt durch den schönen Schwarzwald mit seinen typischen Baumarten, während die andere Tour durch den Naturpark Altmühltal mit Orten wie Eichstätt, Ried oder Markt Wellheim führt.

Wir haben hier einige Daten und Fakten rund um den Steig im Schwarzwald und den Steig im Altmühltal für Sie zusammengestellt, die Sie bei der Planung Ihrer Wandertour hoffentlich unterstützen werden.

Wandern auf dem Jägersteig/Schwarzwald

Einer der beiden Jägersteige ist ein Premiumwanderweg und Genießerpfad im Südschwarzwald. Auf der 11,3 Kilometer kurzen Rundtour gibt es Möglichkeiten zur Einkehr. Der Wanderweg gehört zu den Premiumwanderwegen im Hochschwarzwald und hat als solcher eine Stempelstelle. An der Kuckucksuhr, die auf jeder der Strecken des Wanderpasses zu finden ist, gibt es einen Eintrag in demselben. Der Schluchsee ist der größte See im Schwarzwald und Wassersportzentrum und Badeparadies zugleich. Auch Hotels findet man entlang des Jägersteigs, so man denn luxuriös nächtigen möchte.


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Der Jägersteig im Altmühltal bei Dollnstein

Dieser ebenfalls Jägersteig genannte Wanderweg führt auf die Höhe der ehemaligen Dolomitenriffe im Naturwaldreservat Beixenhart am Westhang des Urdonautales. Für die circa 2,5 Stunden dauernde 7 Kilometer lange Wanderung sollten Sie schwindelfrei und trittsicher sein. Gutes Schuhwerk ist für den Aufstieg und den Abstieg Grundvoraussetzung. Der Weg führt durch lichten Laubwald und erklimmt knappe 500 Höhenmeter. Am Felsentor Beixenstein wurden wunderbar erhaltene Faustkeile aus der Steinzeit, genauer gesagt dem Mittelpaläolithikum, gefunden. Die Höhlenruine, welche von der Urdonau ausgewaschen wurde, ist ein Highlight dieser Wanderung so wie auch die Passage durch Felswände, wo Sie auf dem Klettersteig teilweise Holzleitern und mit Stahlseilen oder Holzgeländern gesicherte Abschnitte bewältigen müssen. Nach Regenfällen sind die hangigen Passagen rutschig und machen den Weg beim Anstieg und Abstieg zu einem anspruchsvolleren Unterfangen.

In dieser Gegend gibt es auch einen 21 Kilometer langen Rundweg, den Geoweg Urdonautal. Dieser Pfad folgt in weiten Teilen dem Urdonautalweg, welcher wiederum eine Schleife des Altmühltalpanoramaweges ist. Von Dollnstein (Parkplatz Rieder Weiher) aus laufen Sie teilweise auf der Hochfläche aber auch bis ins Tal bei Aicha. Die Strecke ist geologisch sehr interessant und die Begleitbroschüre gibt Auskunft über die erdgeschichtlichen Umstände in dieser Gegend.

Was macht Wandern auf dem Jägersteig/Schwarzwald so besonders?

Die Strecke ist gerade richtig: nicht zu kurz und nicht zu lang, bietet schöne Aussichten und die Möglichkeit im Schluchsee zu baden. Nach der Einsamkeit im Wald empfindet mancher das Seeufer eventuell als übervölkert. Das können Sie vermeiden, indem Sie frühmorgens aufbrechen.

Der Jägersteig/Schwarzwald im Detail

Der Jägersteig mit 11,3 Kilometern Länge führt seinen Namen im Andenken an die ersten Menschen, die hier die Wälder durchstreiften und von der Jagd auf Hirsche und Fische lebten. Die mittelschwere Wanderung verläuft auf Waldpfaden und Wirtschaftswegen hoch über dem Schluchsee im Schwarzwald in Baden-Württemberg. Nur in der Nähe des Gipfels am Bildstein ist es etwas steiler und gibt es mehr Felsen. Das Ende der Wanderung folgt dem Uferweg - für einen Sprung ins kühle Nass ideal.

Der Start befindet sich am Parkplatz Wolfsgrund. Nach der Straßenunterführung halten Sie sich links und folgen dem Kiesweg. Gleich nach dem Überqueren der Straße erreichen Sie das große Eingangsportal zum Jägersteig. Wegweiser machen es leicht, die Wegbeschreibung nachzuvollziehen.

An den Büschen entlang geht es zum Wald, über den Baumwipfeln können Sie den Riesenbühlturm erkennen. Sie überqueren einen Bach und betreten den dichten Wald. Leicht bergauf geht es nach der Lichtung, der Weg wird schmaler, hat mehr Wurzelwerk und auch Biegungen. Nach der breiten Kiesstraße folgen Sie dem Oberen Stutzweg (Jägersteig-Markierung). Leicht nach rechts ansteigend biegt er wenig später bei der Stutzhütte rechts ab in einen schmalen Waldpfad. In Linkskehren geht es danach weiter durch den Wald hinauf, vorbei am Hanselefelsen mit Blick zum Schluchsee. Auf der dann kreuzenden Forststraße biegen Sie nach links ab.

Auf und Ab folgen Sie den Jägersteig-Markierungen und kreuzen während der Gehzeit mehrfach Forststraßen bis Sie auf Grenzsteine und eine Informationstafel zum Dreiländereck treffen. Der Jägersteig verläuft hier auf der Grenze zwischen Staatswald und Fürstenbergischem Waldbesitz.

Nach einem leicht abwärts führenden Abschnitt kreuzen Sie den Schluchtensteig. Nun folgt der etwas steilere und felsigere Abschnitt bis zum aussichtsreichen Bildsteingipfel (1134m).
Nach einer Rast auf dem höchsten Punkt dieser Wanderung geht es zurück zum Abzweig und von dort rechts auf dem schmalen Pfad den bewaldeten Hang hinab.

Nach einer scharfen Linkswendung folgt eine Abzweigung nach rechts zum Windgfällweiher. Der Weg wird lichter und auch steiniger und führt stetig bergab. An der Position Bildsteinweg halten Sie sich geradeaus und wandern weiter bergab zur Eisenbahnunterführung. Sie gehen in Richtung Unteraha zur Position Aha-Auerhahn.

Von dort aus folgen Sie dem Seerundweg nach links bis zur Amalienruhe. “Im Wolfsgrund” heißt die Straße auf der Sie auf dem Rückweg dann zum Ausgangspunkt zurück laufen.

Andere Wanderwege in der Gegend (Südschwarzwald)

Der Jägersteig kreuzt den Schluchtensteig. Der Schluchtensteig ist eine Mehrtageswanderung über 6 Etappen, die von Stühlingen nach Wehr führt.
Fallendes Wasser ist eine der Hauptattraktionen dieser 119 Kilometer langen Wanderung. Insgesamt werden über 3000 Höhenmeter bezwungen. Der Schluchtensteig kann als geführte Wanderung gebucht werden und auch als “Wandern ohne Gepäck”-Variante.
Als besonderes Highlight der Route gilt der Blasiusdom des Benediktinerklosters St. Blasien. Die Kuppel zählt zu den größten Europas.

Außer dem Jägersteig gibt es noch den Hirtenpfad, der ebenfalls ein Genießerpfad ist. Genießerpfade definiert der Tourismusverein Schwarzwald als Premiumpfade, welche außerdem besondere “landschaftliche, kulturelle oder kulinarische Genüsse bieten”. Der Hirtenpfad ist ein solcher. In 2 bis 2,5 Stunden wandern Sie die 8 Kilometer lange Rundstrecke vom Wanderparkplatz am Hirtenpfad oberhalb von Raitenbuch. Der Hirtenpfad ist den Kindern gewidmet, die vor Einführung von Elektrozäunen in den 1960ern die Kühe hier oben hüteten. Bei jeder Witterung ungefähr 15 Stunden am Tag waren diese hier mit dem Hüten beschäftigt.

Die Wanderung Zweiseenblick und Windgfällweiher ist eine weitere beliebte Wanderung am Schluchsee. Für die 15 Kilometer lange Strecke benötigen Sie etwa 4,5 Stunden. Von Aha auf 940 Höhenmeter wandern Sie in einer Achterschleife und berühren dabei das Schluchsee-Ufer. Im Geißenhof haben Sie die Möglichkeit zur Einkehr sowie im Sommer auch im Strandbad am Windgfällweiher. Die Wanderung beginnt am Wanderparkplatz in Aha, der gebührenpflichtig ist - es empfiehlt sich, Kleingeld dabei zu haben. Sie können aber auch am Bahnhof von Aha parken. Die abwechslungsreiche Wanderung bietet immer wieder Ausblicke ins Tal.

Von der Staumauer bei Seebrugg können Sie entlang des Schluchsee-Ufers spazieren. Fast 10 Kilometer ebenen Weges sind es von hier nach Aha, wo Sie mit dem Zug zum Ausgangspunkt zurückkehren. Die Möglichkeit zur Einkehr bietet der Unterkrummenhof, das einzige Gebäude auf der Südseite des Sees, welches bereits im 14. Jahrhundert erbaut wurde. An sonnigen Tagen haben Sie Glück, wenn Sie hier einen Platz ergattern, denn das Ausflugslokal ist sehr beliebt und kann nur per Fahrrad oder zu Fuß (auch mit dem Kinderwagen) erreicht werden.

Ebenfalls an der Staumauer beginnt die Wanderung ins Muchenland. Der Wanderweg ist eine schöne Alternative für Tage, an denen klar ist, dass das Seeufer sich stark bevölkern wird. zunächst folgen Sie dem Pfad hinter dem Kiosk in Richtung Feldberg. Der Weg steigt gleich deutlich an und präsentiert bald schöne Aussichten bevor es unterhalb des Kapellenkopfes in den Wald geht. Von der nach 3 Kilometer Wanderung erreichten Lachenrütte können Sie sich für eine von mehreren Varianten entscheiden. Sie biegen nach rechts ab und erreichen nach wenigen Metern bei der Hohlgasse (1128m) den Schwarzenbachweg. Bis zur Posthalde (1192m) geht es weiter aufwärts. Der Weg vom Zweiseenblick nach Altglashütten kann unterschiedlich gelaufen werden. Wenn Sie der blauen Raute nach Altglashütten folgen, kommen Sie an einem Hochmoor vorbei und wenige Minuten später an die Farnwitte (1235m). Abwärts nach Altglashütte geht es nun über einen steileren Pfad.

Andere Wanderwege im Urdonautal

Neben dem erwähnten Jägersteig gibt es in der Gegend weitere schöne Wanderwege. Zum Beispiel:

  • den Altmühl-Panoramaweg
  • Die Schlaufe 19: Schwarzachtal-Panoramaweg
  • den ostbayerischen Jakobsweg
  • den Urdonautalsteig

Der Altmühl-Panoramaweg und der Urdonautalsteig sind Fernwanderwege mit 200 beziehungsweise 85 Kilometern Länge. Auch der ostbayerische Jakobsweg mit 270 Kilometern ist ein Weitwanderweg. Die drei Wanderwege sind miteinander verbunden. So knüpft der Urdonautalsteig bei Dollnstein an den Altmühl-Panoramaweg an und gleich an mehreren Stellen gibt es Verbindungen zum ostbayerischen Jakobsweg. Die 5 Etappen des Urdonautalsteiges führen durch diese geologisch interessante Region mit einigen Sehenswürdigkeiten und abwechslungsreicher Landschaft.

Der Altmühl-Panoramaweg führt von Gunzenhausen nach Kehlheim in 10 Etappen und ist einer der Top Trails of Germany. Sie bewältigen einen Gesamthöhenanstieg von 4197 Metern. Der Fernwanderweg hat eine Anzahl sogenannter Schlaufen: Tageswanderungen, welche am Fernwanderweg ansetzen. 16 dieser Schlaufen sind nach festgelegten Qualitätsrichtlinien beurteilt und für gut empfunden worden. So zum Beispiel die Schlaufe 19: Schwarzachtal-Panoramaweg.

Die Wanderung beginnt und endet in Greding am Altstadtparkplatz. In knapp 6 Stunden wandern Sie 23 Kilometer durch die wunderschöne Landschaft des Altmühltales, aber auch auf die Höhen der umliegenden Hügel (maximale Höhe knapp über 600 Meter).

Durch das Wellheimer Trockental floss einst während der Eiszeit die Urdonau.

Der ostbayerische Jakobsweg beginnt an der tschechischen Grenze und endet in Donauwörth. Dies ist nur eine Teilstrecke eines viel längeren Pilgerweges, denn bis Santiago de Compostela sind es ja doch ein paar Kilometer mehr. Die Markierung auf diesem Abschnitt ist eine gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund, wobei die Muschel die Richtung weist.

Jakobus-Gesellschaften überall in Deutschland informieren über den Verlauf und die Besonderheiten jeden Abschnittes.

Was sollte man als Wanderer am Jägersteig wissen?

  • Der Jägersteig/Schwarzwald kann auch im Winter mit Schneeschuhen gewandert werden.
  • Der Jägersteig/Urdonautal ist nur bei trockenem Wetter eine leichte Wanderung, für die Sie dennoch schwindelfrei und trittsicher sein sollten. Bei nassem Wetter sind die Ansprüche an den Wanderer deutlich höher.
  • In beiden Gegenden gibt es auch die Möglichkeit über den ein oder anderen Radweg die Gegend auf zwei Rädern zu erkunden.
  • Wer auf der Mitte des Weges nicht plötzlich orientierungslos am Waldrand stehen möchte, tut gut daran eine Karte einzupacken. Auch ein GPS-Gerät kann ein sehr hilfreicher Begleiter sein.


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