Palstek Bulin

Palstek und doppelter Bulin Schritt für Schritt erklärt

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Ob in der Seefahrt, beim Klettern oder im Rettungswesen. Knoten zum Knüpfen einer festen Schlaufe kommen seit jeher in vielen Bereichen zum Einsatz. Als einer der Bekanntesten ist dabei ohne Zweifel der Palstek oder auch Bulin zu nennen. Er lässt sich relativ problemlos knüpfen und ist auch nach wechselnder Belastung in der Regel einfach zu lösen. Wie er zu knüpfen ist, zeigen wir dir jetzt.

Wir haben euch alles Wesentliche zu diesem speziellen Knoten zusammengetragen und wollen euch zudem Schritt für Schritt erklären, wie er zu knüpfen ist. Dabei gehen wir sowohl auf die einfache als auch die doppelte Ausführung des Palstek bzw. Bulin ein. Anschließend solltet ihr in der Lage sein, die Knoten mit einem Kletterseil, einer Reepschnur oder einem Tau nachzuknüpfen.

Palstek, Bulin & Co - Ein Knoten, viele Bezeichnungen

Dieser besondere Knoten hat im Laufe der Jahre in vielen Bereichen Einzug erhalten. Tatsächlich nutzt davon auch nahezu jeder seine eigenen Begriffe. Nachstehend zeigen wir dir eine kleine Übersicht der gängigsten Bezeichnungen sowie die zugehörigen Einsatzgebiete.

  • Palstek: Seefahrt (Festmacher)
  • Bulin: Bergsteigen & Klettern (doppelter Bulin als Anseilknoten)
  • Pfahlstich, Brustbund oder Feuerwehrrettungsknoten: deutsche Feuerwehr
  • einfacher Ankerstich: THW
  • Schertauknoten oder Rettungsschlinge: Pfadfinder


*In vielen Fällen kommt auch eine sogenannte “Doppel“-Variante zum Einsatz. Dazu im Verlaufe noch mehr.

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Schritt für Schritt Anleitung für den einfachen Bulin (Palstek)

Im Folgenden möchten wir euch genau erklären, wie der einfache Palstek zu knüpfen ist. Aber egal wo ihr Ihn auch zum Einsatz bringen möchtet, empfehlen wir euch eine Vielzahl von Trockenversuchen. Nur so ist gewährleistet, dass ihr den Bulin nahezu blind beherrscht und euch keinerlei Fehler unterlaufen. Oft hängt von der richtigen Anwendung das eigene Leben ab!

 

1. Schritt

  • Lege das Seil in einer geraden Linie vor dir hin
  • (alternativ haltet ihr es entsprechend vor euch)

2. Schritt

  • Bilde eine einfache Schlaufe, wobei das kurze Seilende über dem Rest liegen sollte.
  • (Im Stehen könnt ihr die Stelle, an der sich das Seil kreuzt mit einer Hand festhalten)

3. Schritt

  • Führe das kurze Seilende nun von unten durch die eben gelegte Schlaufe und ziehe es nach oben soweit durch, bis die gewünschte Schlaufengröße entsteht.
  • (Im Stehen kannst du diesen Schritt mit der freien Hand ausführen)

4. Schritt

  • Den Rest des kurzen Endes führst du nun (von oben nach unten) unterhalb des Restseils, gegenüber der eben gelegten Schlaufe durch.

5. Schritt

  • Jetzt das kurze Seil noch von oben in die Ursprungsschlaufe führen.

6. Schritt

  • Fertig ist der einfache Palstek bzw. Bulin (mit außen liegendem Ende)

Der Palstek und seine Varianten

Der Palstek Knoten innenliegend
Den Palsek bzw. Bulin gibt es in zwei Varianten. Hier zu sehen die Variante mit innen liegendem Seilende.

Den einfachen Palstek gibt es in zwei verschiedenen Varianten. Dabei unterscheiden sich diese im Grunde nur in einem einzigen Detail, dem Ausgang des Seilendes. Zum einen gibt es Möglichkeit A, bei dem das Seilende innen liegend ist und zum anderen Methode B, in der das Ende außen liegend ist. Obwohl dieses Detail relativ gering zu seien scheint, streiten seit jeher zahlreiche Experten, welche Ausführung davon eigentlich die Bessere ist. Vermutlich hängt es auch sehr stark vom Anwendungsgebiet ab.

Beim Festmachen einer Yacht an einen Poller beispielsweise, dürfte der außen liegende vermutlich besser sein. Denn liegt das Ende Innen, könnte es sich durch wechselnde Belastung (zum Beispiel Seegang) herausdrücken. Im großen und Ganzen sind wir aber der Meinung, dass du dir davon am besten selbst ein Bild machst. Denn Fakt ist, dass beide Knoten-varianten regelmäßig zum Einsatz kommen.

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Doppelter Palstek (Bulin) gesteckt Step by Step erklärt

Besonders beim Klettern oder allgemein im Bergsport ist der doppelte Bulin von Wichtigkeit. Neben dem doppelten Achterknoten ist er der zweite, vom DAV empfohlene, Anseilknoten. Im Folgenden möchten wir dir diesen doch recht komplizierten Knoten möglichst einfach erläutern, sodass du ihn problemlos nachmachen, üben und in der Praxis anwenden kannst.

1. Schritt

  • Führe das Seil zunächst durch die Einbindeschlaufe oder beide vorderen Gurtschlaufen und ziehe es soweit durch, bis das Ende ungefähr auf Höhe der Schienbeine baumelt.

2. Schritt

  • Bilde auf der Seite des langen Seils eine Schlaufe, wobei das Seil in Richtung Ende oben aufliegen muss.

3. Schritt

  • Schiebe nun das baumelnde Ende von unten nach oben durch die Schlaufe und dann unterhalb des langen Seils hindurch.

4. Schritt

  • Jetzt musst du das kurze Seilende nur noch durch dieselbe Schlaufe ziehen, um den einfachen Palstek zu komplettieren.

5. Schritt

  • Um den doppelten Bulin zu knüpfen, muss jetzt im Grunde nur dem Seilverlauf gefolgt werden.

6. Schritt

  • Den Anfang machst du mit dem kurzen Seilende, indem du es erneut durch die Einbindeschlaufe (oder den beiden Gurtschlaufen) führst.

7. Schritt

  • Achte akribisch darauf, dass der Verlauf identisch ist.

8. Schritt

  • Bist du am Ursprungsseil angelangt, muss der Knoten nur noch festgezogen werden
  • Fertig ist der doppelte, gesteckte Palstek

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Alternative Knüpfmethode zur doppelten Ausführung

Diese Variante ist durchaus leichter zu knüpfen als die vorgenannte. Jedoch kann hier die Last oder besser gesagt der Kletterer nur nachträglich mittels Karabiner eingebunden werden. Möchtest du also eine direkte Verbindung zwischen Seil und dir, so ist die gesteckte Ausführung weitaus besser für dich geeignet!

1. Schritt

  • Lege mit deinem Kletterseil eine schmale Bucht. Achte darauf, dass beide Seilstränge nahezu parallel zueinander verlaufen.

2. Schritt

  • Bilde ein Auge, indem du eben entstandene „Seilende“ bzw. die Bucht über den Doppelstrang legst.

3. Schritt

  • Dieses führst du anschließend von unten durch das gelegte Auge, sodass mehr oder weniger ein zweites Auge entsteht.

4. Schritt

  • Nun kommt der verzwickte Teil des doppelten Palstek, der von großer Wichtigkeit ist. Klappe das das neue, kleinere Auge nach unten weg und ziehe den gesamten Knoten hindurch.

5. Schritt

  • Zum Schluss muss das Ganze nur noch zusammengezogen werden.

6. Schritt

  • Fertig ist der doppelte Bulin.

Wo genau findet der Palstek Anwendung

Im vorherigen Verlauf haben wir euch bereits näher gebracht, in welchem Bereich dieser Knoten wie genannt wird. Jetzt möchten wir euch noch einige Anwendungsbeispiele nennen, die deutlich machen, wie wichtig diese feste Schlaufe ist.

In der Seefahrt

Im nautischen Bereich, kommt der Palstek vor allem in einfacher Ausführung zum Einsatz. Geknüpft wird der Knoten mit der Festmachleine des Bootes, um die entstehende feste Schlaufe anschließend um einen Fixpunkt an Land zu legen. Meist dienen hierzu extra Poller. Weiterhin findet der Palstek beim Segeln Verwendung. Hierbei wird zum einen die Schot an das Schothorn gebunden und zum anderen das Fall an den Schäkel.

Beim Bergsteigen und Klettern

Der im Klettersport als Bulin bekannte Knoten wird heutzutage erstrangig als Anseil- beziehungsweise Einbindeknoten genutzt. Hierfür greift der Kletterer oder Bergsteiger anders als in der Vergangenheit auf die Doppel-Variante zurück. Mithilfe des Knotens wird eine fixe Verbindung zwischen dem Kletternden und dem Seil hergestellt. Weiterhin findet der doppelte Bulin beim Standplatzbau Anwendung. Er dient als Alternative zur Sackstichschlaufe als „weiches Auge“, in dem du deinen HMS-Karabiner einhängen kannst.

Im Rettungswesen

Feuerwehren oder das THW bezeichnen den Palstek mehr als Rettungsknoten. Ein Grund liegt mit Sicherheit darin, dass der Knoten eben zur Rettung eingesetzt wird. Schwerpunkt liegt hier bei der Wasser- und Höhenrettung. Muss eine Person geborgen werden, wird ihr ein Brustbund angelegt, der mit dem Palstek oder bessergesagt Rettungsknoten eng zusammengeschnürt wird. Da sich der Knoten nicht eigenständig lösen kann und die Bruchfestigkeit des Seils nicht gesenkt wird, ist nur dieser für die Rettung zugelassen.