Kletterseil: Vielseitiger Helfer beim Klettern und Wandern

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Ein Seil dabei zu haben ist bei jeder Wanderung oder Gletschertour in unbekanntem Terrain eine gute Idee. Insbesondere bei Gletschertouren ist es gut, wenn die Teilnehmer an einem Seil gegen Abrutschen gesichert sind. Doch wie so oft beim Bergsteigen und Wandern ist auch hier Seil nicht gleich Seil und es kommt auf den Einsatzzweck an, welches Kletterseil für den individuellen Bedarf am besten geeignet ist. In manchen Disziplinen wird auch ganz ohne Seil gearbeitet.

Klettern ist ein Sport, der in den letzten Jahren besonders in Mode gekommen ist. Nicht ganz unschuldig an diesem Trend sind Filme wie “Durch die Wand” und “Free Solo”. Bereits im Jahr 2014 erschien “Valley uprising”,  ein Film über die Anfänge des Kletterns im Yosemite National Park.

Die besten Kletterseile auf einen Blick

Obwohl wir an dieser Stelle massig Kletterseile vorstellen könnten, möchten wir die folgenden hervorheben. Sowohl wir als auch unzählige andere Kletterfreunde können über hier aufgeführte Kletterseil nur gutes berichten.

 1. 

MAMMUT - Zopa 9.7

Einsatzbereich: Sportklettern, Alpinklettern, Indoorklettern
Zulassung: Einfachseil
Durchmesser: 9,7 mm
Gewicht pro m: 59 g
Längen: 30 m - 80 m

Erhältlich bei:
MAMMUT - Zopa 9.7 - Einfachseil Kletterseil bei bergfreunde.de

 2. 

EDELRID - Parrot 9.8 mm

Einsatzbereich: Indoorklettern, Sportklettern
Zulassung: Einfachseil
Durchmesser: 9,8 mm
Gewicht pro m: 62 g
Längen: 40 m - 80 m

Erhältlich bei:
EDELRID - Parrot 9.8 mm - Einfachseil Kletterseil bei bergfreunde.de

 3. 

BEAL - Jampa 9.5 Bergfreunde Edition

Einsatzbereich: Sportklettern, Indoorklettern
Zulassung: Einfachseil
Durchmesser: 9,5 mm
Gewicht pro m: 59 g
Längen: 30 m - 80 m

Erhältlich bei:
BEAL - Jampa 9.5 Bergfreunde Edition - Einfachseil Kletterseil bei bergfreunde.de

Ausrüstung: Kletterseile gehören zur Grundausstattung

Kletterer mit Kletterseil und Ausrüstung
Kletterseil, Klettergurt, Expressen und vieles vieles mehr sind beim Klettern unabdingbar.

Zur Grundausstattung beim Klettern und Abseilen in der Halle sowie an Sportkletterrouten am Felsen gehören ein Kletterseil, Kletterschuhe, ein Kletterhelm und ein Klettergurt. Eine Chalk-Bag für Magnesia ist ein hilfreiches Accessoires. Dann ist da noch die Menge an Karabinern, Friends und anderen Hilfsmitteln, um Sicherheit am Felsen zu finden.

Kletter-Ausrüstung hat ihren Preis und auch Seile sind nicht günstig. Bekannte Marken im Kletterbereich sind: Edelrid, Petzl, Beal, Mammut und andere mehr. Die meisten Hersteller unterhalten Online-Shops, in denen Sie alle Schutzausrüstungsgegenstände, die Sie zum Klettern benötigen, kaufen können. Die Preise online und im Laden unterscheiden sich nur geringfügig voneinander.

Ganz abgesehen von den Ausrüstungsgegenständen ist es wichtig, dass auch Ihr Körper für diese Anstrengung gerüstet ist. Der ganze Körper ist beim Klettern gefordert, insbesondere jedoch die Finger, die sich in kleinsten Crags festhalten. Bei richtiger Handhabung der Ausrüstung und guter Vorbereitung und Kenntnis kommt es beim Klettern selten zu ernsthaften Verletzungen. Kletterpartner passen aufeinander auf und entscheiden sich für Routen, die beide klettern können, so dass es nicht zu Verletzungen kommt.

Die richtigen Kletterseile finden

Die ersten Kletterseile waren gestohlene Seile von AT&T, die einfach um die Hüfte des Kletterers geschlungen wurden. Klettern am Felsen war ein Manifest gegen das Establishment. Diese frühen Kletterseile waren aus Hanf. Die Zeiten dieser Seile sind jedoch vorbei.

Zum Zwecke des Kletterns benötigen Sie dynamische Seile, die hoher Belastung Stand halten, elastisch, aber nicht zu elastisch und auf jeden Fall reißfest sind. Die Normen der EN 892 und UIAA 101 haben sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert und Test-Prüfungen von Seilen auf Reißfestigkeit zeigen heute andere Ergebnisse.

Der Unterschied zwischen den Kriterien der EN und UIAA liegt in der Prüfung der Mantelverschiebung. Hierbei sind die Kriterien der UIAA strenger. Die heutigen Normprüfungen für Reißfestigkeit sind sehr umfangreich und wurden bei der UIAA um eine Scharfkantenprüfung (UIAA 108) ergänzt. Ein Seil mit der kleinsten Beschädigung ist nicht mehr sicher, aber Seile sind sehr langlebig.

Alle Bergseile der Marken Edelrid, Mammut und anderer Anbieter werden aus Polyamid hergestellt (Mantel und Kern), kein anderes Material kann die Erfordernisse erfüllen. Es gibt verschiedene Seiltypen je nachdem, wie und wo Sie klettern kommt ein anderer Seiltyp in Frage.

Verschiedene Seiltypen

Folgende Seiltypen stehen bei den Dynamikseilen zur Auswahl:

  • Einfachseil
  • Halbseil
  • Zwillingsseil
  • Dreifach zertifiziertes Seil

Kennzeichung der verschiedenen Kletterseile

Einigen von euch wird unter Garantie schon aufgefallen sein, dass am Seilende eine Markierung zu finden ist. Dieser könnt ihr entnehmen, um welche Seilart es sich dabei handelt. Dabei solltet ihr auf folgende drei Symbole achten.

Seiltyp

EinfachseilKletterseile Einfachseil

HalbseilKletterseile Halbseil

ZwillingsseilKletterseile Zwillingsseil

Einfachseil

Markierung am Kletterseil
An einem der Enden deines Kletterseils sollten immer diese oder ähnliche Markierungen zu finden sein.

Das Einfachseil wird im Einzelstrang verwendet und ist das klassische Sportkletterseil. Ob im Klettergarten, der Halle oder am Berg, das Einzelstrang-Seil kommt am häufigsten zum Einsatz. Mit dem Einfachseil ist die Handhabung weniger umständlich, dafür haben Sie aber den Nachteil, dass auf längeren Routen nicht ganz so schnell abgeseilt werden kann. Zum Alpinklettern ist daher das Zwillingsseil die bessere Wahl, denn manchmal muss das Abseilen schnell gehen (Steinschlag, Wetterveränderung). Das Einfachseil wird mit üblichen Sicherungsgeräten wie dem Grigri der Marke Petzl (Halbautomat) oder dem Smart von Mammut (Autotuber) verwendet. Einfachseile haben beim Hersteller Edelrid einen Seildurchmesser von 8,5 bis 11 Millimetern. Am gebräuchlichsten sind Seile um die 9,5 Millimeter mit einem Gewicht zwischen 52 und 69 Gramm pro Meter. Je dicker ein Seil, desto fester und desto mehr Normstürze kann es aushalten.

Halbseil

Das Handling von Halbseilen erfolgt im Doppelstrang. An Zwischensicherungen müssen Halbseile allerdings nicht im Doppelstrang geführt werden. Seilreibung und Fangstoß können Sie stark reduzieren, wenn Sie die Halbseiltechnik anwenden und das Seil in verschiedenen Zwischensicherungen führen. Das Einholen und Ausgeben muss durch ein Sicherungsgerät geschehen, welches beide Seile getrennt voneinander bedienen kann. Die Halbseiltechnik ist deshalb perfekt für den Einsatzbereich in Dreierseilschaften, wo es einen Vorsteiger und zwei Nachsteiger gibt, die beide getrennt voneinander gesichert werden können. Die Nachsteiger klettern dabei parallel und nicht untereinander. Der Vorsteiger sichert beide. Halbseile sind dünner als Einfachseile, zwischen 7,5 und 9 mm Seildurchmesser stark und wiegen 40 bis 50 Gramm pro Meter.

Das Zwillingsseil

Zwillingsseile werden immer im Doppelstrang verwendet, sonst sind sie nicht sicher. Sie müssen auch immer gemeinsam in Zwischensicherungen eingehängt werden. Die Redundanz erlaubt große Sicherungsreserven. Hauptsächlich werden Zwillingsseile mit Redundanz für hochalpines Klettern und in schwierigem Gelände eingesetzt - zum Beispiel beim Eisklettern. Zwillingsseile haben beim Hersteller Edelrid einen Seildurchmesser von 6,9 und 8 mm und besitzen ein Gewicht um die 40 Gramm pro Meter.

Dreifach zertifiziertes Kletterseil

Das dreifach zertifizierte Seil kann als Einfachseil, Halb- oder Zwillingsseil eingesetzt werden. Das Dreifachseil besitzt mehr Sicherheitsreserven. Mit einem solchen Seil funktioniert auch Alpinklettern mit Sicherheitsreserve.

Am besten bewahren Sie Ihr Seil in einem Seilsack auf. Im Seilsack ist es vor UV-Strahlung und Feuchtigkeit am besten geschützt.

Seil: Diese Anforderungen sind bei Tests wichtig

Kletterseile werden getestet und müssen einigen Anforderungen genügen. Folgende sind hier von Bedeutung.

Seilsturzzahl (Sturzfaktor)

Die Seilsturzzahl (Sturzfaktor) beziffert die Anzahl der Normstürze, die ein Seil bruchfrei übersteht. Einfachseile werden bei diesem Test mit 80 kg Fallgewicht belastet, Halbseile mit 55 kg. Zwillingsseile im Doppelstrang werden ebenfalls auf die Anzahl zu überstehender Normstürze geprüft und müssen mindestens 12 solcher Stürze ohne Bruch überstehen. Als Multisturz-Seil wird ein Einfachseil bezeichnet, das zehn oder mehr Normstürzen Stand hält. Stürze in der realen Welt sind für ein so getestetes Seil kein Problem, denn bei einem Sturz im Sportklettern reißt immer der Seilmantel bevor der Kern aufgibt. Ein Seil hält das fünfzig- bis achtzigfache an realen Stürzen gegenüber Normstürzen aus. Der Sturzfaktor ist also um ein Vielfaches niedriger.

Fangstoßkraft

Die Fangstoßkraft darf 12kN nicht überschreiten, bei Halbseilen sind es 8kN. Üblicherweise haben Einfachseile eine Fangstoßkraft zwischen 7 und 10kN. Die Fangstoßkraft ist die Kraft, die aufgewendet muss, um die Sturzenergie aufzufangen.

Fangstoßdehnung

Die Fangstoßdehnung tritt nur beim ersten Sturz der Fallprüfung auf und darf 40 % nicht überschreiten. Es geht darum, die Sturzenergie aufzufangen. Bei einem realen Sturz ist die Seildehnung üblicherweise 17 %.

Statische Seildehnung

Dieser Test wird mit einem Gewicht von 75 kg durchgeführt, wobei sich das Einfachseil 10 %, das Halbseil 12 % und das Zwillingsseil (im Doppelstrang) 10 % dehnen darf.

Seil: Was gibt es beim Kauf zu beachten?

Fünf große Hersteller von Seilen gibt es in Europa, die insgesamt mehr als 70 verschiedene Modelle anbieten. Die Seile unterscheiden sich nicht nur in Durchmesser und Länge, sondern auch im Einsatz. Kletterseile werden in Seillängen von 20 m bis 200 m angeboten. Für die Halle haben Sie mit einem 50 m Seil genug Sicherheitsreserve. Alle Seile sind extrem robust und quasi unzerstörbar.

Kletterseil mit defekten Mantel
Der Mantel schützt den Kern des Kletterseils. Doch sollten gravierende Beschädigungen zu sehen sein, sollte unbedingt über einen Austausch nachgedacht werden!

Wenn Sie hauptsächlich in der Halle klettern, muss Ihr Seil nicht imprägniert sein. Auch die Scharfkantenfestigkeit ist kein Kriterium für die Halle, daher kann auch der Mantelanteil unter 50 % liegen.

Toprope-Klettern schädigt Seile am meisten (Abrieb), deshalb sollten Sie dafür dickere Seile mit einem höheren Mantelanteil verwenden. Ein Seilmantelanteil von mehr als 50 % ist von Vorteil und auch eine Imprägnierung, die nicht die Wasserfestigkeit sondern die Reibung (Abrieb) im Fokus hat, ist zu empfehlen. Die Imprägnierung lässt sich weder im Nachhinein aufbringen noch erneuern. Seile mit Imprägnierung haben den weiteren Vorteil, dass sie leichter durch das Sicherungsgerät laufen, aber dadurch ergibt sich auch der Nachteil, dass sie leichter durch die Hand rutschen.

Wenn Sie Ihr Seil im alpinen Bereich oder zum Eisklettern benutzen möchten, dann macht es Sinn, dass Sie sich für den Kauf eines Seiles mit Imprägnierung entscheiden.

Ein nützliches Designmerkmal bei Seilen ist die Zweifarbigkeit. Die Markierung in der Mitte eines Seiles wird oft vor Ende der Lebensdauer eines Seils unsichtbar. Ein Seil, das in der Mitte die Farbe wechselt, hat dieses Problem nicht.

Die Länge eines Seiles richtet sich nach dem Einsatzbereich. Wenn Sie Mehrseillängen klettern gehen, dann brauchen Sie mindestens ein 80 m langes Kletterseil. So haben Sie genug Spiel, um auch große Abstände zwischen Standplätzen und lange Abseilstellen zu bewältigen. Für alle anderen Zwecke sind Sie mit einer Seillänge von 70 m auf der sicheren Seite.

Die Reepschnur

Eine Reepschnur (Rap Line) ist eine andere Kategorie von Seil. Es ist von Vorteil, beim Klettern eine oder mehrere dabei zu haben. Reepschnüre besitzen einen geringeren Durchmesser als Kletterseile und dürfen auf keinen Fall zum Klettern gewählt werden. Sie dienen dazu, um beispielsweise Ausrüstung nachzuziehen oder um als Notseil eingesetzt zu werden. Die Reepschnur ist dünner und leichter als ein Kletterseil und kaum elastisch. Im Gegensatz zur Bandschlinge ist sie nicht zusammengenäht. Bandschlingen und Reepschnüre finden auch beim Abseilen und im Klettergarten Verwendung.

Das Statikseil

Statikseile werden zum Fixieren von Dingen eingesetzt. Statikseile dürfen auf keinen Fall als Kletterseile eingesetzt werden, da sie nicht nachgeben (Gebrauchsdehnung von unter 5 %). Ein Statikseil mit derart geringer Gebrauchsdehnung kommt zum Beispiel beim Canyoning und bei der Bergrettung zum Einsatz.

Tipps zur richtigen Lagerung von Seilen und anderer Kletterausrüstung

Damit Seile und andere Ausrüstungsgegenstände eine möglichst lange Lebensdauer haben, erfolgt die Lagerung am besten an einem sauberen und trockenen Ort, geschützt vor Schmutz und Nässe. Kühl und dunkel ist ein weiteres Plus. Seile sind aus Polyamid-Fasern und Polyamid ist empfindlich gegenüber UV-Strahlung. Ein Seilsack ist eine gute Möglichkeit, um für die Ausrüstung und das Seil Schutz vor Schmutz und Nässe zu bieten. Er hat für die Seilenden vorgesehene Schlaufen, damit das Seil ordentlich verstaut werden kann.

Tipps zur richtigen Reinigung des Kletterseils

Seile können in der Waschmaschine bei 30°C gewaschen werden. Es gibt spezielle Seilwaschmittel, aber mit einem biologisch abbaubaren, sanften Waschmittel machen Sie keinen Fehler (Chemikalien aus konventionellem Waschmittel können das Seil beschädigen). Allerdings darf das Seil nicht geschleudert oder im Trockner getrocknet werden. Auch darf es nicht in der Sonne oder aufgehängt getrocknet werden, sondern sollte liegend trocknen. So erhöhen Sie die Lebensdauer Ihres Kletterseils.

Tipps zum richtigen Kürzen eines Kletterseils

Diese Frage stellen sich sicherlich viele von euch. Hierfür gibt es eine ganz einfache Lösung. Kurz gesagt, den Rope Cutter. Hierbei handelt es sich um ein Heißschneidegerät. Kletterseile kann man nicht einfach so durchschneiden. Dann würden die innenliegenden Fasern sich eventuell zusammenziehen. Dadurch ist die Sicherheit eures Kletterseils nicht mehr gegeben. Mit dem Rope Cutter hingegen wird das Kletterseil bei Hitze geschnitten. Der Hitzeeffekt bewirkt ein verschmelzen der einzelnen Fasern an der Schnittstelle. Ein Zusammenziehen kann also verhindert werden. Euer Kletterseil hat nach dem Schnitt noch die selbe Sicherheit wie zuvor. Ihr werdet schnell merken, dass der Rope Cutter eine einfache Handhabung bietet. Ein sehr zu empfehlendes Gadget für Kletterer.

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Wie das Klettern mit Kletterseil begann

Geschichte des Kletterns, Klettergeschichte

Die Kletterei begann in den späten 1950ern in kleinen Crags in den Bergen Kaliforniens. Jugendliche trafen sich, um etwas Abenteuerliches zu erleben. Die ganze Nation war dermaßen auf Sicherheit und Wohlstand aus, dass es für manch einen einfach nicht zum Aushalten war. Riskante Unternehmungen outdoor mussten her - zu Wasser (surfen) oder zu Land (klettern).

Heute sind erste Schritte im Klettersport auch schon für Kinder möglich. Denn es gibt ja den Hochseilgarten. Im Klettergarten können auch Kinder relativ gefahrlos und mit viel Spaß die Freude an der Bewegung in der Höhe erfahren. Auch ans Bergsteigen können Sie schon Kinder heranführen. Wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, haben wir einen ausführlichen Artikel über die Geschichte des Kletterns für euch.

Grundsätzlich werden beim Klettern einige Kategorien unterschieden, die alle auch mit Seil ausgeführt werden können. Unterschieden werden:

  • Sportklettern
  • Hallenklettern
  • Bouldern
  • Freiklettern
  • Speedklettern
  • Eisklettern
  • Klettersteig

Einige Klettervarianten im Detail

Freiklettern (mit Kletterseil)

Das Freiklettern ist die ursprüngliche Art des Kletterns. Es ist zutiefst menschlich, einen Felsen bezwingen zu wollen. Daraus entwickelten sich das Sportklettern und das Hallenklettern. An Felsen von nicht allzu großer Höhe (bis ca. 40 m) oder in der Kletterhalle werden auf Sportkletterrouten mit einem Kletterpartner der Fels (outdoor) oder die Plastiknoppen (indoor) bezwungen.

Klettern mit Kletterseil
Beim Klettern in Mehrseillängen ist das Kletterseil ein unverzichtbarer Ausrüstungsgegenstand.

Ein Kletterpartner ist im Vorstieg und klettert von Haken zu Haken, der andere sichert vom Boden aus. Am Umlenker angekommen, wird derjenige, der sich im Vorstieg befand, herabgelassen und die Rollen werden getauscht. Der Zweite klettert im Nachstieg und entfernt die Sicherungen aus den Bohrhaken. Wenn kein Nachstieg stattfinden würde, verblieben die Sicherungen in den Bolts. Der Nachstieg ist demnach erforderlich, um wieder an die Ausrüstung zu kommen. Wenn Sie sich als Anfänger nicht sicher genug für den Vorstieg fühlen, dann können Sie auch zunächst nur Toprope-Routen klettern. Das geht sogar in der Kletterhalle ohne Kletterpartner. Die Routen am Fels werden von erfahrenen Kletterern geboltet, so dass alle Nachfolgenden für Jahre danach Bohrhaken in der Felswand haben, in welche Sie die Expressschlingen einhängen. Freikletterer wie Alex Honold klettern ohne Absicherung durch einen Kletterpartner oder ein dynamisches Seil an der Felswand.

Bouldern (ohne Seil)

Beim Bouldern handelt es sich ums Klettern ohne Hilfsmittel an Felsbrocken. Meist wird in einer Freundesgruppe gebouldert, so dass nicht nur das Crashpad, sondern auch ein paar Arme für den Fall eines Sturzes zur Verfügung stehen.

Speedklettern (mit Kletterseil)

Speedklettern ist eine eigenwillige Form des Klettersports, bei der auf einer in der Kletterhalle vorgegebenen Kletterroute zwei Kontrahenten gegeneinander antreten. Speedklettern erfolgt über die Sicherung an einer Toprope auf 15 Meter langen Routen mit 5 Grad Überhang. Speedklettern wird mit Bouldern und Schwierigkeitsklettern eine Disziplin der Olympischen Spiele 2021 in Tokio sein.

Eisklettern (Mit Kletterseilen)

Das Eisklettern erfordert den Einsatz von Eisäxten und ist eine Sonderform des Kletterns für Kältefreaks. Eisklettern unterscheidet sich in mehreren Punkten vom Alpinklettern und anderen Formen des Kletterns. Zum Beispiel wird beim Eisklettern im Vorstieg nicht gestürzt. Da die Sicherungen weiter auseinander platziert werden, wäre ein Sturz zu gefährlich. Erste Versuche im Eisklettern sollten Sie nur mit einem erfahrenen Bergsteiger unternehmen. Wem es im Winter draußen zu kalt ist, der kann in allen Monaten des Jahres in der Halle klettern.

Klettern im Klettersteig

Der Klettersteig wird auch Via ferrata genannt und bezeichnet eine mit Stahlseilen, Leitern und Klammern gesicherte Passage am Felsen. Früher wurden die Kletterpassagen von Wanderwegen auf diese Weise gesichert und mittlerweile hat sich daraus eine eigene alpine Disziplin entwickelt. Die Union internationale des Associations d’Alpinisme (UIAA) und der DAV-Sicherheitskreis empfehlen zur Nutzung eines Klettersteiges die folgenden Ausrüstungsgegenstände: Klettergurt, Bergsteigerhelm und Klettersteigset. Klettersteighandschuhe sind ebenfalls empfehlenswert, um die Hände vor Beschädigung am Stahlseil zu schützen.

Bei allen Varianten ist es wichtig, das Handling des Seiles zu erlernen. Erst die korrekte Nutzung und Handhabung von Ausrüstung macht diese auch sicher und den sinnvoll. Alles in allem ist das Kletterseil ein wirklich vielseitiger Helfer.

Kletterseile bei Bergfreunde
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