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Reepschnur Test 2020 – Testbericht zur besten Reepschnur

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Was ist eine Reepschnur

Im Grunde handelt es sich bei einer Reepschnur um nichts weiter als ein statisches Seil mit geringem Durchmesser (meist 2 bis 8 Millimeter). Das heißt, sie ist anders als ein Kletterseil nur ganz leicht oder besser gesagt fast gar nicht dehnbar. Doch obwohl das jetzt schon irgendwie recht schlicht klingt, möchte sie kaum noch ein Outdoor Fan missen. Denn auch bei kleinen Dingen kann dieses Multitalent eine echt große Hilfe sein. Sei es nur, um eine Hängematte am Baum zu befestigen. Beim Klettern hingegen hat die Reepschnur schon eine weitaus größere Bedeutung. Dazu im Verlaufe aber noch mehr. Seinen Ursprung hat die Reepschnur im Übrigen in der Seefahrt. Dort wurden die Taue und Trosse als sogenanntes Reep bezeichnet. Zu den bekanntesten Herstellern gehören wohl Mammut, Tendon, Edelrid sowie Beal.

Wozu benötige ich die Reepschnur beim Klettern

Einzug hat die Reepschnur vor allem auch beim Klettern erhalten. Wir gehen sogar so weit und behaupten, dass sie bei der Kletterei am Fels in vielen Fällen sogar nicht mehr wegzudenken ist. Daher ist es auch mehr als logisch, dass sie für jeden Kletterer mittlerweile zum festen Bestandteil der Kletterausrüstung gehört. Doch wo wird die Reepschnur hier denn jetzt letztlich eingesetzt? Obwohl es hier eine ganze Reihe von Antworten auf diese Frage gibt, möchten wir gern vier Einsatzmöglichkeiten besonders hervorheben.

  • beim Abseilen (Eigensicherung)
  • als Zwischensicherung (Knotenschlinge, Affenfaust)
  • für den Standplatzbau
  • zum Aufstieg (Prusikschlinge, Trittschlinge)

Einsatz der Reepschnur beim Abseilen

Wer gerne Mehrseillängen klettert, muss auf jeden Fall in der Lage sein, sich selbst abzuseilen. Denn wer hoch hinaus will, muss auch irgendwie wieder runter kommen. Doch was genau hat das denn jetzt mit der Reepschnur zu tun? Eins können wir euch an dieser Stelle sagen, Sie sollte auf keinen Fall als Seilersatz genutzt werden. Denn das wäre schlichtweg eine ganz dumme Idee. Das wichtigste ist und bleibt natürlich das Kletterseil. Die Reepschnur kommt hier nur zur Eigensicherung zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe soll verhindert werden, dass euer Seil durch das Sicherungsgerät rutschen kann.

Wie ihr das anstellt ist dabei recht einfach. Gehen wir davon aus, dass ihr einen Tube benutzt und das Abseilen sicher beherrscht, sieht die Vorgehensweise wie folgt aus. Zuerst knotet ihr aus eurer Reepschnur eine „Schlinge“. Diese bindet ihr dann knapp 20 – 40 cm unterhalb eures Sicherungsgerätes mit einem Prusikknoten um beide Seilenden. Nun müsst ihr nur noch eine Verbindung zwischen der Schlinge und der Beinschlaufe eures Klettergurtes herstellen. Dies geschieht am besten mit einer Expresse. Solltet ihr jetzt beim Abseilen stürzen oder aus irgendeinem Grund die Kontrolle verlieren, zieht sich dieser Knoten zu und blockiert das Seil im Sicherungsgerät. So kann es nicht unkontrolliert durchlaufen, so dass ihr zu Boden stürzen würdet.

Obwohl leider viele der Meinung sind, diese zusätzliche Sicherung wäre unnütz, können wir euch den Einsatz der Reepschnur nur ans Herz legen. Schließlich geht es um das eigene Leben, dass mit dieser einfachen Methode deutlich mehr geschützt ist.

Welche Reepschnur zum Abseilen (als Hilfsmittel)

Um die Reepschnur beim Abseilen als Hilfsmittel nutzen zu können, muss sie als Rundschlinge geknotet sein. Dabei sollen euch folgende Maße als Richtwert dienen.

Die Reepschnur sollte...

  • eine Stärke bzw. einen Durchmesser von 6mm sowie
  • eine Länge von ca. 50cm

...haben.

Reepschnüre als Zwischensicherung

Wer des Öfteren draußen am Fels klettert, wird es sicher schon erlebt haben. Ihr steht vor einer Route und weit und breit ist kein Haken zu sehen. Selbst beim Sportklettern ist nicht immer eine Flut von Bohrhaken zu erwarten. Sachen packen und nach Hause fahren ist jetzt aber keine Option ;). Viel mehr solltet ihr euch genau für diese Art der Kletterei das Legen von mobilen Zwischensicherungen aneignen. Für gewöhnlich kommen dann Hilfsmittel wie Klemmkeile oder Friends zum Einsatz. Sicher fragt ihr euch jetzt, wieso ihr dann überhaupt eine Reepschnur nutzen solltet. Das ist eigentlich recht einfach.

Der Vorteil von Reepschnüren liegt darin, dass sie fast keine Spuren in der Natur hinterlassen. In Klettergebieten, in denen die Nutzung von zum Beispiel Freinds untersagt ist, ist die Reepschnur also erste Wahl. Natürlich ist das aber noch nicht alles. Auch so gibt es immer wieder Situationen, in denen diese kleine Wunderschnur einfach von Vorteil ist. Das Beste Beispiel dürfte an dieser Stelle eine Sanduhr (Felssäule in einer Aushöhlung im Fels) sein. Ist eure Reepschnur zur Rundschlinge geknotet, könnt ihr dieser perfekt darum legen, und die Sanduhr als Fixpunkt nutzen.

Zum Einsatz kommt die Reepschnur für gewöhnlich als Knotenschlinge, Rundschlinge oder Affenfaust.

Welche Reepschnur als Zwischensicherung

Angemessen ist in unseren Augen…

  • ein Durchmesser bzw. eine Stärke von 6 – 8mm
  • mehrere Längen, da Situtationsabhängig!

Aufsteigen mit der Reepschnur

Bei Vielen wird dieser Punkt auf Unverständnis stoßen. Denn schließlich ist die Idee ja nicht, mit einem Hilfsmittel das Seil hochzukraxeln. Doch wir sind ganz klar der Meinung, dass die Technik definitiv beherrscht werden sollte. Selbst dann, wenn nur 1 von 100 Kletterern jemals darauf zurückgreifen muss. Stellen wir uns vor, es soll ein krasser Überhang bewältigt werden… gehen wir nun davon aus, ihr kommt genau am Übergang zu Fall… Im schlimmsten Fall hängt ihr jetzt einige Meter von der Felswand weg und habt keine Möglichkeit diese durch schwingen oder ähnliches zu erreichen. Genau in diesem Szenario kann dann die Reepschnur die Lösung sein.

Im ersten Schritt müsst ihr mit einer knapp 1-2m langen Reepschnur (gebunden als Rundschlinge) einen Prusikknoten um das Fixseil binden. Das Gleiche macht ihr mit einer zweiten Reepschnur, die jedoch doppelt so lang sein sollte. An dieser macht ihr zudem eine Schlaufe an einem der beiden Enden, um dort später den Fuß reinstellen zu können. Das andere Ende sowie die Kurze Reepschnur kommen jetzt mittels Karabiner in die Einbindeschlaufe des Klettergurtes.

Belastet ihr jetzt den Fuß, zieht sich der Prusikknoten automatisch zu und ihr könnt aufstehen. Da jetzt die kurze Reepschnur entlastet ist, könnt ihr diese am Seil hochschieben. Anschließend setzt ihr euch mehr oder weniger in den Gurt um die Belastung von der einen auf die andere Schnur zu verlagern. So kann immer eine der beiden Schnüre weitergeschoben werden.

Diese Technik sollte im Vorfeld aber unbedingt mehrmals geübt werden. Die Bewegungsabläufe sind schwieriger als die meisten denken.

Welche Reepschnur benötige ich zum Aufsteigen (Prusiken)

Wir empfehlen zwei Reepschnüre mit...
  • einer Dicke bzw. einem Durchmesser von 8mm
  • einer Länge 1-2m sowie 2-4m

Normen und Aufbau einer Reepschnur

Wie bereits eingangs erwähnt, handelt es sich bei einer Reepschnur um ein statisches “Seil“. Und genau wie beim Kletterseil gibt es auch hier eine Norm, die von den Herstellern einzuhalten ist. Festgelegt ist dies in der EU-Norm EN 564 sowie der der Safety Standard UIAA-102. Sie regeln, wie hoch zum Beispiel die Bruchrakft bzw. die Reißfestigkeit der Schnur sein muss. Sie muss in kN: 1/5 × (Durchmesser in mm)² betragen um zugelassen zu werden. Die Mindestbruchkraft einer 4mm dicken Reepschnur sollte somit bei 3,2 kN liegen. Für den Einsatz beim Klettern solltet ihr aber noch eines wissen. Je nach dem welchen Knoten ihr verwendet, kann sich diese Mindestbruchkraft stark reduzieren.

Um der genannten Norm zu entsprechen, greifen Hersteller wie zum Beispiel Mammut, Tendon, Edelrid oder Beal auf moderne, robuste Fasern zurück. Der Mantel besteht meist aus Polyamid. Für den Kern kommen in der Regel folgende 3 Materialien zum Einsatz:

  • Polyamid 6.6
  • Aramid
  • Ultra-High-Molecular-Weight-Polyethylen

Trotz aller Richtlinien dürft ihr aber nicht vergessen, dass Reepschnüre nicht als Absturzsicherung geeignet sind. Ein Sturz oder auch Fangstoß muss dynamisch aufgefangen werden. Fallt ihr in ein statisches Seil, kann das schwere Verletzungen mit sich bringen. Ein weiteres NoGo ist es, sich an einem Kletterseil abzulassen, das durch eine Reepschnur geführt ist. Durch die Reibung würde sich die Reepschnur ganz schnell verabschieden.

Reepschnüre oder Bandschlingen

Zunächst ist hoffentlich jedem klar sein, dass es sich sowohl bei der Bandschlinge als auch der Schnur nur um eine zusätzliche Sicherung im Kletter- und Bergsport handelt. Beides soll euch zusätzliche Sicherheit geben und keineswegs eure Seile ersetzen. Trotzdem sollte es fester Bestandteil in eurem Material sein. Aber das haben wir ja zu Beginn schon kurz erörtert. Beide Varianten sind statisch und daher nicht dafür gedacht schwere Stürze abzufangen. Der größte Unterschied liegt darin, dass Reepschnüre als Meterware zu kaufen sind und Bandschlingen in fixen Größen erhältlich sind. Die Reepschnur kann dann in beliebiger Größe zusammen geknotet werden.

Ganz grob betrachtet sind die Schlinge und auch die Schnur flexibel einsetzbar. Trotzdem ist es nicht von der Hand zu weisen, das der Einsatz Situationsabhängig ist. Im Folgenden geben wir euch eine Übersicht, was wann Anwendung findet.

Bandschlingen

  • Standplatzbau (weiche Auge)
  • Einrichten eines Umlenkpunktes (Top-Rope)
  • Verlängerung von Expressen

Reepschnüre

  • Zwischensicherung
  • Abseilen (Zusatzabsicherung mit Prusik)
  • Aufstiegshilfe